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Rasen düngen: Bei welchem Wetter und wann im Jahr?

Von Ronny · · 4 Minuten Lesezeit

Beim Rasendüngen entscheidet das Wetter der folgenden zwei Tage mehr als der Dünger selbst. Wer vor einer Hitzewelle streut, riskiert braune Flecken. Wer vor einem Gewitter streut, düngt vor allem den Gully. Und wer vor einer trockenen Woche streut, sieht die Körner noch Tage später zwischen den Halmen liegen.

Das richtige Wetter zum Rasendüngen

Das ideale Düngewetter sieht so aus: trockene Halme beim Streuen, Temperaturen zwischen etwa 10 und 24 Grad, wenig Wind und in den nächsten 24 bis 48 Stunden ein leichter Landregen von 2 bis 5 Millimetern.

Der Regen ist dabei kein Störfaktor, sondern der eigentliche Zweck. Mineralischer Dünger wirkt erst, wenn er sich auflöst und in den Boden gelangt. Ein leichter, gleichmäßiger Regen erledigt das, ohne dass du den Schlauch ausrollen musst.

Zu viel Regen ist dagegen genauso schlecht wie keiner. Bei Starkregen läuft das Wasser oberflächlich ab und nimmt die Nährstoffe mit, auf geneigten Flächen besonders. Was im Grundwasser landet, fehlt dem Rasen und belastet das Wasser.

Wann solltest du keinen Rasen düngen?

  • Bei Hitze über 25 bis 30 Grad und bei Trockenheit. Die Salze im Dünger entziehen den Halmen dann Wasser, es entstehen gelbe oder braune Verbrennungsflecken.
  • Vor Starkregen oder Gewitter. Der Dünger wird abgeschwemmt, bevor die Wurzeln ihn aufnehmen.
  • Auf nassen Halmen. Die Körner bleiben an den Blättern kleben und können sie verätzen.
  • Bei gefrorenem Boden oder anhaltend unter etwa 10 Grad im Herbst. Der Rasen wächst kaum noch und nimmt nichts mehr auf.
  • Bei starkem Wind. Das Streubild wird ungleichmäßig, und es entstehen Streifen.

Wann im Jahr düngt man Rasen?

Für einen normal genutzten Rasen haben sich drei Termine bewährt.

ZeitpunktWann genauDünger
FrühjahrMärz bis April, sobald der Boden über etwa 5 °C warm bleibtstickstoffbetonter Langzeitdünger
SommerJuni, an einem kühlen, bedeckten Tagstickstoffbetonter Langzeitdünger
HerbstSeptember bis Oktoberkaliumbetonter Herbstdünger

Für den Frühjahrstermin gibt es ein Zeichen aus der Natur, das besser ist als jedes Datum: die Forsythienblüte. Wenn die Forsythie kräftig gelb blüht, ist der Boden warm genug, und das Gras beginnt zu wachsen. Landwirte nutzen für dieselbe Frage die Grünlandtemperatursumme. Mehr zu beiden Zeichen steht im Artikel Phänologischer Kalender: Die zehn Jahreszeiten im Garten.

Der Herbstdünger hat eine andere Aufgabe als die beiden ersten. Er soll nicht das Wachstum anschieben, sondern den Rasen auf den Winter vorbereiten. Kalium stärkt die Zellwände und macht die Halme widerstandsfähiger gegen Frost und Pilzkrankheiten.

Schritt für Schritt: so düngst du richtig

  1. Wetter prüfen. Trocken beim Streuen, leichter Regen in den nächsten ein bis zwei Tagen, keine Hitze, kein Starkregen.
  2. Vorher mähen. Am besten einen oder zwei Tage vorher, dann kommen die Körner leichter zwischen die Halme.
  3. Gleichmäßig streuen. Mit einem Streuwagen auf der Einstellung laut Packung, Bahn neben Bahn. Von Hand gelingt es besser, wenn du die halbe Menge längs und die andere Hälfte quer streust.
  4. Nicht überdosieren. Die Mengenangabe auf der Packung ist eine Obergrenze, keine Empfehlung zum Aufrunden.
  5. Nachwässern, wenn der Regen ausbleibt. Ist zwei Tage später noch nichts gefallen, gieße mit etwa 10 Litern je Quadratmeter.
  6. Kinder und Haustiere fernhalten, bis der Dünger eingeregnet ist, so wie es auf der Packung steht.

Bei organischem Rasendünger ist das Wetter etwas weniger kritisch. Er wirkt langsamer, verbrennt kaum und wird von Bodenlebewesen zersetzt, was Wärme und Feuchte braucht. Er gehört deshalb nicht zu früh im Jahr auf den Rasen.

Häufige Fragen

Sollte man Rasen vor oder nach dem Regen düngen?

Vor dem Regen. Am besten streust du den Dünger auf trockene Halme, wenn in den nächsten 24 bis 48 Stunden ein leichter Regen von etwa 2 bis 5 Millimetern angesagt ist. Der Regen löst die Körner und bringt die Nährstoffe zu den Wurzeln. Vor Starkregen oder Gewitter solltest du dagegen nicht düngen, weil das Wasser den Dünger abschwemmt.

Bei welcher Temperatur kann man Rasen düngen?

Gut geeignet sind Tage zwischen etwa 10 und 24 Grad. Im Frühjahr sollte der Boden dauerhaft über 5 Grad warm sein, damit das Gras überhaupt wächst. Bei Hitze über 25 bis 30 Grad und in Trockenphasen besser warten, sonst drohen Verbrennungen. Im Herbst lohnt sich die Düngung, solange die Tage nicht dauerhaft unter etwa 10 Grad bleiben.

Wie oft im Jahr sollte man Rasen düngen?

Ein normal genutzter Rasen bekommt drei Gaben: im Frühjahr zur Forsythienblüte, im Juni und im September mit kaliumbetontem Herbstdünger. Ein Zierrasen, der wenig betreten wird, kommt mit zwei Gaben aus. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Gabe auf passendes Wetter trifft, sonst verpufft sie.

Was passiert, wenn es nach dem Düngen nicht regnet?

Dann bleibt der Dünger als Körner zwischen den Halmen liegen und wirkt nicht. Bei Sonne und Wärme kann er die Halme sogar verbrennen. Spätestens nach zwei trockenen Tagen solltest du den Rasen deshalb wässern, mit etwa 10 Litern je Quadratmeter. Wie du die Menge abschätzt, steht unter Garten gießen: Wie viel Wasser brauchen Pflanzen wirklich?

Gibt es eine App, die mir sagt, wann ich Rasen düngen kann?

Climaletic rechnet die Empfehlung „Rasen düngen“ Stunde für Stunde für deine Adresse: Sie bewertet den erwarteten Regen der folgenden 48 Stunden, die Temperatur und den Wind und zeigt dir das beste Zeitfenster der nächsten Tage samt Begründung. Du kannst dir das Fenster vormerken, dann meldet sich die App, wenn es sich verschiebt. Die App ist kostenlos und ohne Werbung.

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